Förderung statt Kredit: Unser Vorschlag zum Heizungswechsel in Bremen
,„Bremen will günstige Kredite für Heizungswechsel anbieten.“
So titelt Radio Bremen’s butenundbinnen am 05.06.2026 und meint damit das jüngste Kreditförderprogramm der Bremer Bürgerschaft, mit dem die Heizungs- und Energiewende in Bremen voran getrieben werden soll. Was positiv klingt ist bei näherer Betrachtung leider ein Verteuerungs-Programm für die Zielgruppe: Vermieter:innen und Hauseigentümer:innen, die mangels eigener Mittel die Modernisierung der Heizung oder die Dämmung ihrer Immobilien nicht stemmen können.
Das die Bürgerschaft diesen Menschen helfen will ist löblich. Das Mittel ist jedoch untauglich und wird die erhoffte Heizungs-Wende sehr wahrscheinlich nicht bringen.
Woran liegt das? Ganz einfach: Ein Kredit kostet zusätzliches Geld, verteuert also die Heizungs-Sanierung. Dabei ist es zunächst egal, ob der Kreditzins 2% oder 12% beträgt: Der Zins verteuert in jedem Fall die Investition. Eine Verteuerung schafft aber keinen Investitionsanreiz sondern verhindert eine Investition, zumal dann, wenn das Geld bei den Betroffenen ohnehin knapp ist. Das Programm ist außerdem ein Risiko für den notorisch klammen Haushalt des Landes Bremen: Kreditausfälle muss die Bremer Aufbaubank – und damit Bremen – übernehmen. Das Risiko könnte erheblich sein, denn das Programm richtet sich ausdrücklich an Menschen, die bei einer Bank bisher keinen Sanierungs-Kredit bekommen. Das gewählte Mittel ist also doppelt nachteilig.
Was wäre besser? Besser wäre eine direkte Förderung der Heizungs-Sanierung oder der Wärme-Dämmung durch das Land Bremen. Die Förderungswürdigkeit kann leicht über die Steuerdaten geprüft und die Förderung auch leicht über die Finanzbehörde ausgeschüttet werden. Sie käme direkt bei den Betroffen an, die zweckgebundene Verwendung des Geldes wäre durch eine geeignete Antragsstrecke und Nachverfolgung seitens der Behörde leicht zu kontrollieren.
Eine Förderung von z.B. 30% wäre ein echter Anreiz und würde die Anschaffung einer neuen Heizung tatsächlich verbilligen. Bremen hätte außerdem ein echtes Steuerungsinstrument in der Hand und könnte die Heizungs-Wende auch für Eigentümer:innen mit kleinem Geld ermöglichen.
Es ist bezeichnend, dass noch nicht mal die größte in der Bürgerschaft vertretene Oppositionsfraktion die Untauglichkeit dieses Kredit-Instruments erkennen kann oder will:
„Der Plan zielt auf einen Knackpunkt des Klimaschutzes.“, so Martin Michalik, klimapolitischer Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion.
Leider nein, Herr Michalik, der Plan zielt genau daneben!