Pressemitteilung: Ryanair-Aus: BSW fordert Offenlegung der Verhandlungen
,Schulze und Iseri: „Fliegen muss bezahlbar bleiben – Arbeitsplätze schützen!“
Bremen, 10. Oktober 2026. Nach dem angekündigten Rückzug Ryanairs vom Bremer Flughafen fordert das BSW Bremen eine vollständige Aufklärung der gescheiterten Verhandlungen und schnellen Ersatz für die wegfallenden Flugverbindungen. Die Landesvorsitzenden Christopher Schulze und Alper Iseri haben dazu schriftliche Anfragen an Bürgermeister Andreas Bovenschulte und Hafenstaatsrat Kai Stührenberg gerichtet.
„Wir haben mit großem Entsetzen vom Ryanair-Aus erfahren. Rund 400.000 Fluggäste jährlich sind betroffen. Für viele Bremerinnen und Bremer könnte der Urlaub dadurch deutlich teurer werden. Fliegen darf kein Luxus werden. Der Senat muss deshalb schnellstmöglich mit anderen Fluggesellschaften über Ersatz verhandeln“, erklärt BSW-Landesvorsitzender Christopher Schulze.
Ryanair begründet seinen Rückzug mit hohen Steuern und Gebühren. Die Bremer Wirtschaftsbehörde erklärt dagegen, die Airline habe wirtschaftlich nicht tragbare Vergünstigungen verlangt. Nach einer DLR-Modellrechnung kostete ein Flugzeugumlauf in Bremen 2024 insgesamt 8.337 Euro, davon entfielen 3.882 Euro auf Flughafenentgelte. Welche Konditionen Ryanair tatsächlich eingeräumt wurden und welche weiteren Forderungen die Airline stellte, ist bislang nicht öffentlich geklärt.
Schulze: „Weder die Behauptungen Ryanairs noch die Darstellung des Senats dürfen ungeprüft bleiben. Ohne Offenlegung der Verhandlungen ist eine seriöse Bewertung nicht möglich.“
BSW-Landesvorsitzender Alper Iseri begrüßt zugleich die klare Haltung gegenüber überzogenen Forderungen: „Wir begrüßen, dass sich Bremen nicht von Fluggesellschaften erpressen lässt, die nach dem Motto vorgehen: Entweder ihr erfüllt unsere Forderungen oder wir verschwinden. Aber jetzt muss geklärt werden, wie es mit unserem Flughafen weitergeht. Eine mögliche Insolvenz darf keinesfalls für Entlassungen und Lohndrückerei ausgenutzt werden. Die Beschäftigten dürfen nicht die Rechnung bezahlen.“
Das BSW verlangt vom Senat eine Aufstellung der bisherigen Einnahmen und Ausgaben durch Ryanair, Auskunft über Verhandlungen mit anderen Airlines sowie über mögliche Sozialpläne. Von Bürgermeister Bovenschulte will die Partei wissen, was aus seiner Initiative für europaweit wettbewerbsfähige Luftverkehrskosten geworden ist.
„Wir wollen einen Flughafen, der wirtschaftlich funktioniert, sichere Arbeitsplätze bietet und von dem sich auch Menschen mit normalem Einkommen eine Urlaubsreise leisten können“, so Schulze.