Unfall-Rekord bei E-Zweirädern: BSW Bremen fordert Aufklärungs-Offensive statt Verbote
,Schulze und Iseri: „Wer motorisiert am Verkehr teilnimmt, braucht Grundwissen – Bremen muss Jugendliche und Senioren unbürokratisch fit machen“
Das BSW Bremen fordert nach dem massiven Unfallanstieg bei E-Scootern und E-Bikes eine Kehrtwende in der Verkehrspolitik. In Bremen verzeichnet die Polizei mit 257 E-Scooter-Unfällen den fünften Höchststand in Folge. Das ist kein reines Jugendthema: Die enorme Beschleunigung von Elektrorädern auf bis zu 25 km/h ist im Mischverkehr eine Gefahr für alle Generationen, wenn wichtige Grundlagen wie Vorfahrtsrechte oder Bremswege fehlen.
Der BSW-Landesvorsitzende Alper Iseri erklärt:
„Die Debatten der Altparteien sind weltfremd. SPD und Grüne verwalten lediglich das Abstell-Chaos. Keine Partei packt das Problem im fließenden Verkehr an. Bremen darf nicht länger tatenlos zusehen, wie Menschen ohne Grundwissen auf die Straße geschickt werden. Wir fordern keine neuen Bundesverbote, sondern die gezielte Nutzung unserer Landeskompetenzen in der Bildungs- und Ordnungspolitik.“
Das BSW Bremen schlägt ein konkretes Vier-Punkte-Programm vor:
· Verbindliche Verkehrs-Zertifikate an Schulen: Das Bildungsressort muss ab der Sekundarstufe I eine verpflichtende, kostenfreie Schul-Prüfbescheinigung für E-Scooter und Fahrräder im Unterricht verankern. Der Fahrradführerschein aus der Grundschule reicht nicht für diese Geschwindigkeiten.
· Kostenfreie Mobilitätskurse für Senioren: Das Land muss über Volkshochschulen und Verkehrswachten freiwillige Schulungen für den sicheren Umgang mit schnellen E-Bikes anbieten.
· Helmpflicht und strikte Kontrollen: Zum Schutz vor Kopfverletzungen fordert das BSW eine gesetzliche Helmpflicht für E-Scooter. Gleichzeitig muss die Polizei die Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h kontrollieren und illegales Tuning konsequent aus dem Verkehr ziehen.
· Infrastruktur zivil stärken: Anstatt über 200 Millionen Euro für die militärische Aufrüstung von Häfen und Flughafen aufzuwenden, gehört dieses Geld in den Ausbau sicherer, breiter Radwege. Das verhindert gefährliche Konflikte mit Fußgängern von vornherein.
Iseri weiter: „Der Senat darf bei der Sicherheit der Menschen nicht knausern. Die Bremerinnen und Bremer haben ein Recht auf verlässliche zivile Sicherheit statt planerischer Konzeptlosigkeit. Wir fordern echtes Handeln im Vorfeld statt wohlfeiler Schadensbegrenzung nach schweren Unfällen.“
Der Landesvorsitzende Christopher Schulze ergänzt:
„Aus wirtschaftlicher Perspektive lösen reine Verbote oder planlose Losverfahren das Problem nicht. Ein modernes Mobilitätskonzept verlangt klare Regeln für alle. Wir müssen die Sharing-Anbieter beim Jugendschutz härter in die Pflicht nehmen. Sicherheit gibt es nur durch konsequente Kontrollen.“