Pressemitteilung: BSW verlangt Auskunft: Welche Maßnahmen ergreift der Senat gegen den Stellenabbau beim GHB?
,Das BSW Bremen hat sich wegen des angekündigten Abbaus von 150 Arbeitsplätzen beim Gesamthafenbetrieb (GHB) an die Senatskanzlei gewandt. In einem Schreiben verlangen die Landesvorsitzenden Christopher Schulze und Alper Iseri Auskunft darüber, welche konkreten Maßnahmen der Senat ergreift, um Entlassungen zu verhindern oder die betroffenen Beschäftigten aufzufangen.
Beim GHB sollen 150 von rund 850 Arbeitsplätzen in Bremen und Bremerhaven wegfallen. Damit wäre fast jeder fünfte Arbeitsplatz betroffen.
„Dass jede fünfte Stelle beim GHB wegfallen, soll ist eine Katastrophe. Der Senat Bovenschulte muss aufhören, auf den Händen zu sitzen und ins Handeln kommen. Wir verlangen Auskunft darüber, welche Gespräche bereits geführt wurden und welche konkreten Maßnahmen jetzt geplant sind“, sagt BSW-Landesvorsitzender Christopher Schulze.
Das BSW fragt die Senatskanzlei unter anderem, ob Gespräche mit Geschäftsführung und Betriebsrat stattgefunden haben, ob ein Krisengipfel mit allen Beteiligten geplant ist und welche Möglichkeiten der Senat sieht, die Zahl der Entlassungen zu reduzieren.
Zudem fordert das BSW Auskunft darüber, welche Transfer-, Vermittlungs-, Qualifizierungs- und Umschulungsangebote für die Beschäftigten vorbereitet werden. Auch müsse geprüft werden, ob erfahrene Hafenarbeiter bei anderen Unternehmen oder innerhalb der bremischen Häfen weiterbeschäftigt werden können.
„Für 150 Beschäftigte und ihre Familien geht es um ihre wirtschaftliche Existenz. Sie brauchen jetzt schnell Klarheit und konkrete Perspektiven“, sagt Co-Landesvorsitzender Alper Iseri. „Es wäre widersinnig, erfahrene Fachkräfte in die Arbeitslosigkeit zu schicken, wenn an anderer Stelle Personal gesucht wird.“
Nach Angaben des Unternehmens ist der rückläufige Umschlag von Autos und Stückgut ein Grund für die geplanten Einschnitte. Das BSW will deshalb auch wissen, wie der Senat die wirtschaftliche Lage bewertet und ob er von einem kurzfristigen konjunkturellen Tief oder von strukturellen Problemen des Hafenstandorts ausgeht.
Aus Sicht von Schulze müsse außerdem genauer erklärt werden, warum ein Stellenabbau in dieser Größenordnung notwendig sei. Der GHB hatte 2022 einen Jahresüberschuss von rund 4,37 Millionen Euro erzielt. 2023 folgte ein Fehlbetrag von rund 1,2 Millionen Euro, 2024 schrieb das Unternehmen mit knapp 795.000 Euro wieder schwarze Zahlen.
„Personalabbau darf nicht die erste Antwort auf wirtschaftliche Schwierigkeiten sein“, sagt Schulze. „Deshalb erwarten wir vom Senat auch eine Einschätzung, welche Investitionen und Veränderungen notwendig sind, um Arbeitsplätze im Hafen langfristig zu sichern.“
Die Beschäftigten des GHB hatten bereits in der Vergangenheit Einschnitte hinnehmen müssen. Nach der früheren Insolvenz verzichteten Mitarbeiter auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Frühjahr hatten zudem mehrere hundert Menschen für den Erhalt des Gesamthafenbetriebs demonstriert.
Iseri fordert deshalb ein abgestimmtes Vorgehen von Senat, Unternehmen, Betriebsrat, Gewerkschaft und Arbeitsverwaltung:
„Jetzt müssen alle an einen Tisch. Es muss für jeden Betroffenen geprüft werden, ob eine Weiterbeschäftigung, Vermittlung, Qualifizierung oder Umschulung möglich ist. Niemandem ist damit geholfen, wenn erst reagiert wird, nachdem die Kündigungen ausgesprochen sind.“
Das BSW Bremen erwartet von der Senatskanzlei eine kurzfristige Antwort auf sein Schreiben.
„Wir wollen keine allgemeinen Beschwichtigungen, sondern wissen, was konkret passiert“, sagt Schulze. „Welche Gespräche laufen? Welche Hilfen sind vorgesehen? Und was tut der Senat dafür, möglichst viele dieser 150 Arbeitsplätze zu erhalten?“
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Sehr geehrte Damen und Herren,
angesichts des angekündigten Abbaus von 150 Arbeitsplätzen beim Gesamthafenbetrieb (GHB) bitten wir die Senatskanzlei um kurzfristige Auskunft, welche Maßnahmen der Senat zur Sicherung der betroffenen Beschäftigten und zur Stabilisierung des Hafenstandorts ergreift.
Wenn innerhalb kurzer Zeit fast jeder fünfte Arbeitsplatz beim GHB wegfallen soll, halten wir ein schnelles und abgestimmtes Handeln für notwendig. Aus unserer Sicht sollten Geschäftsführung, Betriebsrat, Gewerkschaft, Arbeitsagentur, Jobcenter und die zuständigen Ressorts kurzfristig an einen Tisch gebracht werden.
Wir bitten insbesondere um Auskunft zu folgenden Punkten:
1. Welche Gespräche hat der Senat bereits mit der Geschäftsführung und dem Betriebsrat des GHB geführt?
2. Ist ein gemeinsames Gespräch beziehungsweise ein Krisengipfel mit allen Beteiligten vorgesehen?
3. Welche Möglichkeiten sieht der Senat, die Zahl der Entlassungen zu reduzieren oder Beschäftigung anderweitig zu sichern?
4. Welche Transfer-, Vermittlungs-, Qualifizierungs- und Umschulungsangebote werden für die betroffenen Arbeitnehmer vorbereitet?
5. Wird geprüft, ob innerhalb der Bremer Häfen oder bei anderen Unternehmen Beschäftigungsmöglichkeiten für die betroffenen Fachkräfte bestehen?
6. Wie bewertet der Senat die Ursachen des angekündigten Stellenabbaus? Handelt es sich aus seiner Sicht vor allem um ein kurzfristiges konjunkturelles Tief oder bestehen strukturelle Probleme des Hafenstandorts?
7. Welche Investitionen oder weiteren Maßnahmen hält der Senat mittel- und langfristig für notwendig, um Arbeitsplätze im Hafen zu sichern?
Für die betroffenen Beschäftigten und ihre Familien geht es um ihre wirtschaftliche Existenz. Deshalb sollte möglichst schnell Klarheit darüber geschaffen werden, welche konkreten Schritte jetzt unternommen werden.
Wir würden uns über eine zeitnahe Antwort freuen und stehen für einen Austausch zu möglichen Maßnahmen selbstverständlich zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Christopher Schulze
Landesvorsitzender BSW Bremen
Alper Iseri
Landesvorsitzender BSW Bremen